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Prim. Dr. R. Pavelka hat sich in der Diagnostik und Therapie von
Schnarchen und schlafbezogenen Atmungsstörungen spezialisiert: Auf der von ihm geführten HNO-Abteilung im Schwerpunkt-Krankenhaus Wiener Neustadt betreibt er seit 2003 ein Schlaflabor für prä- und postoperative Untersuchungen von Patienten mit Schnarchen und schlafbezogenen Atmungsstörungen als bisher einzige HNO-Abteilung Österreichs. Er gründete 2004 die Arbeitsgemeinschaft für Schlafmedizin in der österreichischen Gesellschaft für HNO-Krankheiten, Kopf- und Halschirurgie (Homepage: www.hno.at) Er ist seit 2005 wissenschaftlicher Beirat für HNO im Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin (Homepage: www.schlafmedizin.at). Er hält schlafmedizinische Vorträge auf Kongressen und ist regelmäßiger Referent beim jährlichen schlafmedizinischen Workshop der Univ.-HNO-Klinik in Graz. |
Schnarchen kann eine große Belastung für eine Partnerschaft sein, den
Schlaf des/der PartnerIn stören oder auch bei Reisen oder beim Campen sozial
störend sein (einfaches oder primäres Schnarchen = Rhonchopathie).
Zusätzlich kann Schnarchen Zeichen einer Atmungsstörung im Schlaf sein,
bei der es durch den erhöhten Atemwiderstand gegen die zusammenfallenden
Weichteile im Hals und die resultierende Sauerstoff-Unterversorgung zu
Schlafstörungen mit erhöhter Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung mit erhöhter
Verkehrsunfallgefahr, Leistungsminderung, aber auch Bluthochdruck,
Herzrhythmusstörungen, erhöhter Herzinfarkt- und Schlaganfallgefahr mit
Verminderung der Lebensqualität und -dauer führt. Dies ist der Fall bei dem
sogenannten obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) und teilweise auch
schon bei den leichteren Formen mit teilweiser Obstruktion, dem Upper Airway
Resistence Syndrom (UARS), dem obstruktiven Schnarchen und dem
obstruktiven Hypopnoe-Syndrom.

Vor einer Behandlung des sozial störenden Schnarchens ist daher immer
auszuschließen, dass nicht die schwerere Form eines UARS oder eines OSAS
vorliegt.
Wenn es nicht eindeutig aus der Beschreibung des/r Patienten/in bzw. besser
seines/ihres Schlafpartners/erin hervorgeht oder Hinweise aus der HNO-ärztlichen
Untersuchung vorliegen, ist eine nächtliche Schlafuntersuchung notwendig.
| In meiner Praxis steht ein 7-kanaliges Schlafapnoe-Monitoring Messgerät (Poly-Mesam®) zur Verfügung, das dem/r Patienten/in nach entsprechender Einschulung nach Hause mitgegeben werden kann. Es zeichnet automatisch die gesamte Nacht über die Nasen- und Mundatmung, die Oberkörper- und Bauch-Atmung, die Sauerstoff-Sättigung im Blut (der Finger wird nur durchleuchtet mit einem Pulsoximeter), die Herzfrequenz mittels EKG, das Schnarchgeräusch, die Körperlage (Rücken, Bauch, re/li seitlich), auch eventuelle Beinbewegungen auf. |
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Oft ergibt sich schon aus dieser Auswertung und der HNO-ärztlichen
Untersuchung ausreichend Klarheit, mit welchen Methoden man Ihnen am besten
helfen kann.
Es gibt jedoch auch Fälle, in denen es notwendig ist, weitere Untersuchungen
durchzuführen:
| Untersuchung im stationären Schlaflabor: Hier wird zusätzlich zu den genannten Parametern vor allem auch die Schlafqualität und -tiefe selbst gemessen durch EEG-Kopf-Elektroden, EMG (Elektromyogramm) und Erkennung der Augenbewegungen im Schlaf. Ein solches Schlaflabor steht auf der HNO-Abteilung des KH Wiener Neustadt oder auf einigen Pulmonologischen Abteilungen zur Verfügung. |
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| Eine Spezialität meiner Ordination ist die Endoskopie der oberen Atemwege im medikamenten-induzierten Schlaf: Es hat sich gezeigt, dass es öfter nicht möglich ist, bei der Untersuchung am wachen Patienten sicheren Aufschluß zu bekommen wo im Schlaf denn wirklich die Engstellen oder Tongeneratoren des Schnarchens liegen. Erst im Schlaf erschlaffen die Muskeln und eine Reihe von Orten kommen in Frage: am bekanntesten sind Weichgaumen und Zäpfchen, doch auch die seitliche Rachenwand, die Mandeln, der Zungengrund, der Kehldeckel oder sogar Schleimhautfalten im Kehlkopf können zum Schnarchen und auch zu Verschlüssen (Obstruktionen) im Schlaf führen, wobei am wachen Patienten keine Engstellen zu sehen sind. Diese Untersuchung wird an einem Vormittag an der HNO-Abteilung des Schwerpunktkrankenhauses in Wiener Neustadt nach Injektion eines Schlafmittels durchgeführt und dauert ca. 30-45 min. Nach dem Ausschlafen kann der/die PatientIn nach einigen Stunden nach Hause entlassen werden - allerdings darf er/sie nicht selbst ein Auto oder Fahrzeug lenken. |
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Erstellen eines Therapieplanes
In Zusammenschau aller Befunde wird mit dem/r Patienten/in der für ihn/Sie beste
Therapievorschlag besprochen. Oft gibt es verschiedene zum Ziel führende
Methoden, deren Vor- und Nachteile genau erklärt werden.
Es steht ein breites Spektrum an therapeutischen Methoden zur Verfügung:
Beiträge des Patienten selbst:
Schlafhygiene,
Vermeiden von schlaffördernden Genussmitteln wie Alkohol am Abend,
Vermeiden von Schlafmittel oder schlaffördernden Medikamenten,
Körpergewichtsreduktion, Muskeltraining,
Änderung der Schlafposition (Rückenlage-Verhinderung).
Apparative Möglichkeiten:
| „Schnarch-Schienen“ zur nächtlichen Vorverlagerung des Unterkiefers. Werden von spezialisierten Zahnärzten angefertigt und müssen vor dem Schlafen gehen eingesetzt werden und die Nacht über getragen werden. Sie können bei Erfolg zeitlebens getragen werden oder nur zur Differentialdiagnose vor einer Operation eingesetzt werden, in wie weit das Zurückfallen der Zunge oder Zusammenfallen der unteren Teile der Atemwege im Hals eine Rolle spielen. Spezialisierte Zahnärzte können empfohlen werden. |
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| „Schnarch-Maske“, eine nächtliche Überdruck-Beatmungs-Therapie über eine Nasen- oder seltener Nasen-Mund-Maske zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe. Bekannt ist die CPAP-Therapie, aber es gibt auch andere Beatmungsformen wie BiPAP, Auto-CPAP u.a.. Diese Therapien werden in einem lungenfachärztlichen Schlaflabor (z,B. Grimmenstein-Hochegg, u.a.) angepasst. Durch den Überdruck werden alle Engstellen im Rachen erweitert, so dass diese Therapie bei richtiger Einstellung fast immer erfolgreich ist. Trotz dem wird sie nur von ca. 60 % der Patienten ausreichend lang getragen und toleriert. |
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Operative Möglichkeiten
Diese sind abhängig von dem/n vermuteten Ort/en der Geräuschentstehung bzw. der
Atemwegsverschlüsse (Obstruktionen). In Abhängigkeit vom Schweregrad der
obstruktiven Schlafapnoen, der Anzahl sowie Art der Obstruktionen, der
Kopf-Hals-Anatomie sowie eines allfälligen Übergewichtes ist mit
unterschiedlichen Erfolgschancen zu rechnen. Auch die Nebenwirkungen und Folgen
können ganz unterschiedlich sein. Besonders bei Gaumen, Rachen-, Zungengrund-,
Zungenbein- und Kehldeckel-Operationen muss der Operateur das richtige
Mittelmass finden zwischen der nächtlichen Erweiterung der Atemwege, die zur
Verbesserung des Schnarchens und der Obstruktionen führt und funktionellen
Folgezuständen, die auch unter tags zu einer Beeinträchtigung des Schluckens,
Sprechens, des Stimmklanges, des Schmeckens oder des Gefühles führen könnten.
Dazu ist viel Erfahrung mit diesen Operationen nötig. Die Einzelheiten werden
individuell mit dem Patienten/der Patientin ausführlich besprochen.
Nasen-Operationen:
Eine freie ungehinderte Nasenatmung ist Voraussetzung für jede Schnarchtherapie.
Schon 40% der einfachen Schnarcher mit behinderter Nasenatmung kann damit
geholfen werden.
Der Einfluss auf die obstruktive Schlafapnoe (OSAS) ist ungewiss, trotzdem ist
eine freie Nasenatmung auch bei Therapie mit einer nächtlichen Überdruckbeatmung
(CPAP, BiPAP, etc.) eine wichtige Voraussetzung zur Senkung des Beatmungsdruckes
und der Verträglichkeit der Maske.
| Je nach zugrunde liegender Störung steht
eine breite Palette von hilfreichen Operationen zur Verfügung:
• Septum-Operation (Septumplastik): Begradigung der verkrümmten
Nasenscheidewand |
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| Übergroße Mandeln können zur Einengung
der Atemwege führen und sogar das Schnarchgeräusch verursachen. Dies
ist häufig bei Kleinkindern der Fall aber vereinzelt auch bei
Erwachsenen. Besonders bei Kleinkindern besteht bei schlechtem
Schlaf durch unregelmäßiges Schnarchen mit erschwerter Atmung, was
auch am Einziehen des Brustbeines und der darüber liegenden
Drosselgrube beim Einatmen zu sehen ist, mit offenem Mund, oft auch
mit Schluckstörung und mit verzögertem Wachstum der hochgradige
Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom. Ursächlich können neben vergrößerten Gaumenmandeln auch vergrößerte Rachendachmandeln („Polypen“, richtig: adenoide Vegetationen) sein. Das kann der HNO-Arzt unterscheiden. Dann müssen diese entfernt werden (Adenotomie, „Polypen-Op“). Wenn hypertrophe Tonsillen (Gaumenmandeln) die Ursache sind, ist die Teilresektion der Gaumenmandeln, die Tonsillotomie, bei Kleinkindern der adäquate Eingriff, während bei größeren Kindern und Erwachsenen die komplette Entfernung der Tonsillen, die Tonsillektomie vorgenommen wird. Die Tonsillotomie dann mit dem CO2-Laser oder mittels Elektrokaustik durchgeführt werden. Bei der Tonsillotomie besteht eine ungleich geringere Nachblutungsgefahr und ein wesentlich geringere Schmerzhaftigkeit und schnellere Erholung nach dem Eingriff. |
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![]() Bild oben zeigt die Rachenobstruktion durch hypertrophe Mandeln. Darunter der Zustand am Schluss einer Tonsillotomie mit dem CO2-Laser-Mikroskop durch Primar Pavelka. |
| Radiofrequenz-induzierte Thermotherapie (RFT,
RFITT® Celon® - Methode:
www.celon.de) bzw.
Volumenreduktion (RaVoR®
www.sutter-med.de)
An mehreren Stellen wird in örtlicher Betäubung mit einer bipolaren Spezialnadel in den weichen Gaumen eingestochen. Durch einen selbst begrenzenden Stromfluss entsteht eine Gewebsgerinnung in der Tiefe, die zu einer leichten Entzündungsreaktion für 2-3 Tage führt, dann schrumpft das Gewebe über einige Wochen, wodurch es kürzer und straffer wird. Die Applikation muss am weichen Gaumen meist in 2 Sitzungen im Abstand von 6-8 Wochen erfolgen. Sie kann ambulant in der Ordination erfolgen. Schmerzen sind gering für ca.2 Tage. |
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| Falls gleichzeitig ein überlanges Zäpfchen oder
überschüssige Schleimhaut am freien Gaumenrand besteht, kann in der
gleichen Sitzung und in örtlicher Betäubung das Zäpfchen gekürzt und
überschüssige Schleimhaut entfernt werden. (sg. Mini-UPP). Diese Therapie kommt bei leichten Schnarchern, besonders wenn schon die Mandeln entfernt worden sind und ein zarter Gaumen besteht, in Frage. |
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| Photos vor, während und nach der Operation einer RFITT mit Mini-UPP wegen einfachem Schnarchen bei Zustand nach Tonsillektomie bei einer 35 jährigen Dame in örtlicher Betäubung.in der Ordination. Alle Photos: copyright bei Primar Pavelka |
LAUP = Laser-assistierte Uvulopalatopastik
Hierbei werden mit Laser (oder monopolarer Kaustik) seitlich des Zäpfchens
Einschnitte in den weichen Gaumen gemacht, überschüssige Schleimhaut
entfernt und eine überlange Uvula (Zäpfchen) gekürzt. Wird von mir nicht in
der ursprünglichen Form (nach KAMAMI) durchgeführt, da es durch
unkontrollierte Vernarbungen zu Engstellen der Atemwege oder zu Undichtheit
des Gaumenabschlusses zur Nase kommen kann. Führe nur die schonendere „Mini-UPP“
(s. oben) durch.
UPPP = Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik
![]() In der von mir verwendeten muskelschonenden Form nach Pirsig 1989 wird - falls vorhanden - vorher die Mandel wie bei einer Tonsillektomie bds. entfernt und der hintere Gaumenbogen aufgesucht. Seine Muskulatur wird oben seitlich unter möglichster Schonung der Schleimhaut quer durchtrennt. Die Muskelstümpfe werden mit je einer langsam resorbierbaren Z-Naht nach vorne oben bzw. der andere Stumpf nach seitlich vorne genäht, so dass der retrovelare Abstand des Weichgaumens zur Rachenrückwand deutlich zunimmt. Weitere Nähte straffen die seitliche Rachenwand. Das Zäpfchen wird ebenfalls gekürzt und mit Schleimhaut gedeckt. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt und ist wegen der Erweiterung des velopharyngealen Bereichs (Gaumen-Rachen-Bereichs) auch eine Therapie der obstruktiven Schlafapnoe. Diese Operation kann jedoch nicht bei Sängern, Blasmusikern oder Glasbläsern eingesetzt werden, da sich sowohl der Stimmklang verändern kann als beim Anblasen Luft über die Nase entweichen könnte. Es kann auch in sehr seltenen Fällen beim Schlucken zum Flüssigkeitsübertritt in die Nase kommen. |
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| Uvulaflap Kommt bei PatientInnen bei Zustand nach
Mandeloperation in Frage. Es wird an der Vorderwand des Zäpfchens
und darüber im Gaumen die Schleimhaut + Speicheldrüsen rautenförmig
entfernt und das Zäpfchen hochgeschlagen und eingenäht. |
![]() © Primar Pavelka |
Obstruktionen/ Vibrationen hinter dem Zungengrund können
bedingt sein durch
a) Zurückfallen der Zunge im Schlaf,
b) hypertrophes Gewebe der Zungengrund-Mandel,
c) zu große Zungenmuskulatur (Makroglossie)
d) durch eine Zunge, die nur im Verhältnis zu einem zu kleinen
Unterkiefer-Knochenrahmen relativ zu groß ist, z.B. bei Retrognathie
(Zurückweichen des Unterkiefers, fliehendes Unterkiefer).
Je nach Ursache erfolgt eine andere Therapie:
| Zungen-Suspension mit dem Repose® - System
(Homepage:
www.influ-ent.com) In Vollnarkose wird ein permanenter chirurgischer Faden (Polypropylen) über eine Titanschraube im Knochen des Unterkiefers an der Innenseite des Kinns verankert (über Mundbodenschnitt oder über Hautschnitt unterhalb des Kinns). Der Faden wird durch das Zungengewebe zum Zungengrund durchgestochen und unter der Schleimhaut auf der anderen Seite zum Mundboden zurückgeführt und geknüpft. Diese Fadenschlinge verhindert in Rückenlage im Schlaf das Zurückfallen der Zunge während sie im Wachzustand die Bewegungen der Zunge nicht behindert. Kommt vor allem in den Fällen a und c zum Einsatz. |
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| Laser-Resektion der hypertrophen
Zungengrund-Tonsille: Im Falle b) lässt ich die übergroß e Zungengrund-Tonsille gut mit dem CO2-Laser unter dem Operationsmikroskop in Stützautoskopie in Vollnarkose entfernen. Es besteht eine gewisse Nachblutungsgefahr wie bei jeder Mandeloperation bis zur vollständigen Verheilung in 2-3 Wochen. Alternativ kann auch die unten angeführte RFT eingesetzt werden.
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Radiofrequenz-induzierte Thermotherapie (RFT, RFITT® Celon® - Methode: www.celon.de) bzw. Volumenreduktion (RaVoR® www.sutter-med.de)
Mit derselben Methode wie unter „Gaumen - Operationen“ beschrieben, kann auch im Zungengrund eine Gewebsschrumpfung erzielt werden. Man verwendet andere Nadeln. Die Operation kann auch in örtlicher Betäubung gemacht werden. Die erste Operation erfolgt jedoch meist in Vollnarkose weil sie oft mit anderen Eingriffen z.B. an Gaumen oder in der Nase zur Verbesserung der Nasenatmung kombiniert wird. Die Indikation ist vor allem ein zu großer Zungengrund und/oder eine zu große Zungengrund-Mandel (Fälle b und c). Der Eingriff muß aber im Abstand von 6-8 Wochen meist 2 mal wiederholt werden, um einen ausreichenden Effekt zu erzielen. Es besteht keine Nachblutungsgefahr. Es kann aber vorübergehend zur Gewebsschwellung oder auch Entzündung mit Atemnot kommen. Deshalb wird antibiotisch abgeschirmt und entzündungshemmende Medikamente gegeben. |
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| Kieferchirurgische Unterkiefer - Verlängerung: In Fällen von zu kurzem oder zu engem Unterkieferbogen besteht die Möglichkeit durch einen kieferchirurgischen Eingriff den horizontalen Unterkieferast zu verlängern und dadurch mehr Platz für die Zunge zu schaffen. Dieser Eingriff ist in geeigneten Fällen sehr effektiv. Er wird nicht vom HNO-Arzt durchgeführt sondern von spezialisierten Kieferchirurgen. Es besteht eine gute Zusammenarbeit mit der Univ-klinik für Kieferchirurgie in Wien. |
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Kehldeckel (Epiglottis) - Operationen
Epiglottidopexie:
In Fällen von überhängender Epiglottis, „floppy Epiglottis“, die sowohl
Schnarchgeräusche erzeugen kann als auch den Kehlkopf obstruktiv
verschließen kann, muß der Kehldeckel aufgerichtet werden. Falls dies nicht
durch eine Zungenbein-Suspension (s.unten) geschehen soll, kann der
Kehldeckel isoliert aufgerichtet werden, in dem er dem Zungengrund
angenähert wird.
Die Operation erfolgt in Vollnarkose über ein Spreiz-laryngoskop unter dem
Operations-Mikroskop. Die Schleimhaut der Vallecula wird mit dem CO2-Laser
(mittels Surgitouch-Scanner im KH Wiener Neustadt) teilweise entfernt. Der
Kehldeckel wird dann mit einer resorbierbaren Naht an den Zungengrund
genäht, wodurch es zur teilweisen Vernarbung zum Zungengrund kommt, was den
Kehldeckel aufrichtet. Nach Abheilung bestehen keine Schluckbeschwerden
mehr.
Erforderlichenfalls kann auch ein zu langer Kehldeckel mit dem CO2-Laser
gekürzt werden.
Zungenbein-Operationen
Am Zungenbein setzt ein wichtiger Zungenmuskel (M. Hyoglossus) und der M.
Stylohyoideus, der neben der seitlichen Rachenwand verläuft, an. Das
Ligamentum Hyoepiglotticum verbindet das Zungenbein mit dem Kehldeckel, die
Membrana Thyreohyoidea verbindet es mit dem Schildknorpel des Kehlkopfs.
Eine Vorverlagerung des Zungenbeines bringt daher den Zungengrund nach
vorne, richtet den Kehldeckel auf und streckt die seitliche Rachenwand und
die Schleimhautfalten des Kehlkopfeinganges.
Zungenbein- (Hyoid-) Suspension mit dem Repose® - System (Homepage: www.influ-ent.com)
| Ähnlich der Zungengrund-Suspension werden hier über einen Hautschnitt unter dem Kinn allerdings 2 Titan-Knochenschrauben vorne in der Unterkiefer-Innenseite verankert. Die Polypropylen-Fäden werden um den Zungenbein-Knochen geschlungen und so geknüpft, dass das Zungenbein ca. 7-10 mm vor verlagert wird. Die Haut wird wieder vernäht und heilt innerhalb einer Woche. |
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Hyo-Thyreoido-Pexie (HTP) oder
Zungenbein (Hyoid-) Suspension nach Hörmann oder Riley
| Dabei wird das Zungenbein an den
Schildknorpeloberrand im Bereich des Adamsapfels vorgenäht.
Besonders bei Männern mit vorspringendem Adamsapfel kann man damit
auch eine Vorverlagerung um ca. 7-10 mm erzielen und gleichzeitig
eine Streckung der seitlichen Rachenwand erzielen. Welche der beiden Methoden der Zungenbein-Suspension (mit dem Repose-System oder die HTP) in welchen Fällen besser ist, ist dzt. wissenschaftlich noch nicht bewiesen. |
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| In vielen Fällen, besonders von höhergradiger OSAS
und bei Fettleibigkeit können chirurgische Erfolge nur durch
Kombination von Operationsmethoden in den verschiedenen Höhen der
Obstruktionsorte erzielt werden. Typisch ist die Kombination von
z.B. UPPP (falls vorhanden mit Mandeloperation) und Zungengrund
und/oder Zungenbein-Suspension, eventuell mit einer Verbesserung der
Nasenatmung. Selbstverständlich ist das nur in einem stationären Aufenthalt unter supportiver Schmerztherapie möglich (HNO-Abteilung des KH Wiener Neustadt). Es ist notwendig alle beteiligten Obstruktionsorte zu erweitern, da bei einer einzigen Restobstruktion im „Atemrohr“ die Schlafapnoe weiter besteht. In solchen Fällen ist jedoch oft noch eine therapeutische Möglichkeit nach genauer Analyse der Restobstruktion mittels Schlaflabor und Schlafendoskopie (flexibler Endoskopie der oberen Atemwege im medikamentös induzieren Schlaf) vorhanden. |
![]() Obstuktions-Niveaus nach Fujita |
Die publizierten Erfolgsraten der Muli-level
Chirurgie bei mittel- bis hochgradigen obstruktiven Schlafapnoe-Patienten
zur Vermeidung der Notwendigkeit einer nächtlichen Beatmungstherapie liegen
im Durchschnitt bei ca. 55 % der Patienten.
Wenn die obengenannten Operationsmöglichkeiten nicht indiziert sind oder
nicht ausreichend erfolgreich waren gibt es in geeeigneten Fällen noch die
folgende Möglichkeit:
Kieferchirurgisches bimaxillären Advancement
| Es ist vor allem dann indiziert, wenn ein zu kurzes
Unter- und/oder Oberkiefer vorliegt oder Weichteil-chirurgische
Maßnahmen nicht genug Erfolg versprechen. Dabei wird sowohl der Unterkiefer- als auch der Oberkieferknochen nach entsprechender operativer Fraktur nach vorne geschoben und in der neuen Position verschraubt und verplattet. Es erfordert ein begleitendes kieferorthopädisches Management. Nebenwirkungen können vor allem Gefühlsstörungen im Lippen- und Kinnbereich sein. Die Operation hat aber eine 90-95% Erfolgsrate in den bisherigen publizierten selektierten Fällen. Eine gute Zusammenarbeit besteht diesbezüglich mit der Wiener Univ.klinik für Kieferchirurgie. |
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